KI-Glossar

AI-Kauderwelsch, übersetzt. Die Begriffe, die überall fallen – in Klartext erklärt, jeweils mit dem Weg dahin, wo sie konkret werden.

Grundlagen

Künstliche Intelligenz (KI)
Sammelbegriff für Software, die Aufgaben löst, für die man früher menschliche Intelligenz brauchte – Sprache, Bilder, Muster. Kein Bewusstsein, keine Absicht: Statistik, die sehr gut geworden ist im Raten.
Großes Sprachmodell (LLM)
Das Modell hinter Chatbots wie Claude oder ChatGPT. Es sagt das jeweils wahrscheinlichste nächste Wort voraus – Millionen Male hintereinander. Kann verblüffen und danebenliegen, oft im selben Satz.dazu mehr
Token
Die Häppchen, in die ein Modell Text zerlegt – meist Wortteile, nicht ganze Wörter. Preise und Grenzen rechnen in Tokens, nicht in Zeichen.dazu mehr
Kontextfenster
Wie viel Text ein Modell gleichzeitig „im Kopf” behält. Läuft es über, fällt Älteres heraus – der Anfang des Gesprächs ist dann weg.dazu mehr
Prompt
Deine Eingabe an das Modell – die Frage, die Anweisung, der Kontext. Wie Du fragst, entscheidet stark, was zurückkommt.
Halluzination
Wenn ein Modell Erfundenes selbstbewusst als Tatsache ausgibt. Kein Bug, sondern die Kehrseite des Wahrscheinlichkeits-Ratens – deshalb: nachprüfen.dazu mehr
Training & Trainingsdaten
Die Texte und Bilder, aus denen ein Modell seine Muster gelernt hat. Was nicht drinsteckte – oder verzerrt drinsteckte –, zeigt sich später in den Antworten.

Unter der Haube

Transformer
Die Bauart, auf der fast alle heutigen Sprachmodelle beruhen (das „T” in GPT). Ihr Kniff: Sie gewichtet, welche Wörter im Satz füreinander wichtig sind.
Parameter & Gewichte
Die Stellschrauben im Modell, die beim Training justiert werden – bei großen Modellen Milliarden davon. Grob: mehr Parameter, mehr Kapazität (aber nicht automatisch mehr Verstand).
Embedding & Vektor
Bedeutung als Zahlenreihe. Ähnliche Begriffe liegen als Vektoren nah beieinander – so „rechnet” Software mit Sprache und findet Verwandtes.
Temperatur
Ein Regler für Zufall: niedrig = brav und vorhersehbar, hoch = kreativer und sprunghafter. Dieselbe Frage kann so ganz unterschiedliche Antworten würfeln.dazu mehr
Inferenz
Das Benutzen eines fertig trainierten Modells – der Moment, in dem es antwortet. Kostet Rechenzeit (und Geld) pro Anfrage, anders als das einmalige Training.
Feintuning
Ein vortrainiertes Modell mit zusätzlichen Beispielen auf eine Aufgabe oder einen Ton nachschärfen – statt bei null anzufangen.
RAG
„Retrieval-Augmented Generation”: Das Modell schlägt vor der Antwort in einer Wissensquelle nach (Dokumente, Datenbank), statt nur aus dem Gedächtnis zu reden – gegen Veralten und Erfinden.
Context Rot
Der schleichende Qualitätsverfall in langen Gesprächen: Antworten werden vager, frühere Fakten geraten in Widerspruch, der rote Faden reißt. Namensgeber dieser Seite.dazu mehr

Werkzeuge & Agenten

Agent
Ein Modell, das nicht nur antwortet, sondern selbst Schritte plant und Werkzeuge benutzt – suchen, Dateien schreiben, Programme aufrufen. Mit entsprechend mehr Spielraum für Nutzen und Schaden.dazu mehr
MCP
„Model Context Protocol”: ein offener Standard, über den KI-Werkzeuge an Datenquellen und Programme andocken – gewissermaßen der USB-Anschluss für Assistenten.dazu mehr
System-Prompt
Die stille Vorab-Anweisung, die Rolle und Regeln eines Assistenten setzt, bevor Du überhaupt tippst. Prägt Ton und Grenzen der ganzen Unterhaltung.
API
Die Schnittstelle, über die andere Programme ein Modell aufrufen – ohne Chat-Fenster, direkt aus dem Code. So landet KI in Apps und Websites.
Gedächtnis (Memory)
Notizen, die ein Assistent über Gespräche hinweg behält, um sich an Dich zu „erinnern”. Praktisch – und eine Frage von Kontrolle und Datenschutz.dazu mehr

Risiken & Regeln

Bias (Verzerrung)
Systematische Schieflagen in den Antworten, geerbt aus den Trainingsdaten. Das Modell wiederholt Muster der Welt – auch die ungerechten.
EU AI Act
Das KI-Gesetz der EU: reguliert nach Risiko, von harmlos bis verboten. Betrifft auch kleine Betreiber – vor allem bei Transparenz und Hochrisiko-Einsatz.dazu mehr
Deepfake
Täuschend echte, aber erfundene Bilder, Stimmen oder Videos. Die Technik ist billig geworden – ein Beleg braucht jetzt eine Quelle, nicht nur ein Gesicht.
Alignment (Ausrichtung)
Der Versuch, ein Modell dazu zu bringen, das zu tun, was Menschen wirklich wollen – und nicht bloß den Wortlaut zu erfüllen. Schwerer, als es klingt.
llms.txt
Eine kleine Datei, mit der eine Website KIs eine geordnete Zusammenfassung ihrer selbst anbietet – wie robots.txt, aber fürs Vorlesen an Maschinen.dazu mehr

Noch tiefer? Handverlesene Quellen stehen in der Literatur

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